Stadt
Pumpwerk und Stauraumkanal: StEB Köln erneuert Entwässerung in Pesch – 118 Millionen Euro Investition
Markus D. V. · 12. Oktober 2026
Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln modernisieren das veraltete Entwässerungssystem aus den 1970er-Jahren. Ein neues Pumpwerk an der Martinusstraße in Esch und ein 3.500 Kubikmeter großer Stauraumkanal sollen Pesch und die Nachbargemeinden vor Starkregen schützen. Fertigstellung Ende 2026.
Besser geschützt vor Starkregen: Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) erneuern die Entwässerung für Esch, Pesch und Auweiler. Ein modernes Pumpwerk an der Martinusstraße in Esch und ein unterirdischer Stauraumkanal sollen die Ortschaften künftig zuverlässiger vor Überschwemmungen bewahren. Das Gesamtprojekt kostet 118 Millionen Euro und wird Ende 2026 fertiggestellt.
Warum eine Erneuerung unverzichtbar ist
Das bisherige Entwässerungssystem stammt aus den 1970er-Jahren: Alte Pumpwerke und ein offenes Grabensystem sind technisch veraltet und nicht mehr leistungsfähig genug. In den vergangenen Jahren führten Starkregenereignisse wiederholt zu Überflutungen und Beschädigungen der Infrastruktur. Die StEB Köln haben sich daher entschieden, nicht einzelne Komponenten auszutauschen, sondern das gesamte System grundlegend zu erneuern.
Das neue Pumpwerk an der Martinusstraße
Im Südosten des Geländes entsteht ein zentrales Abwasserpumpwerk, das das Schmutzwasser über eine Druckleitung zur Kläranlage Köln-Langel befördert. Bei Regenwetter wird das überschüssige Regenwasser zunächst zwischengespeichert und dann durch moderne Regenwetterpumpen in den Kölner Randkanal abgeleitet. Computersimulationen optimierten dabei die Gestaltung der Pumpwerkzuläufe und des Pumpensumpfes für besseren Gewässerschutz.
Das Pumpwerk wurde auch architektonisch durchdacht: Die Fassade erhält eine hinterleuchtete Stahlverkleidung in Cortenstahloptik. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage installiert, die einen Teil des Energiebedarfs der Schmutzwasserpumpen deckt.
Großrohre und Stauraumkanal als Schlüsselelement
Auf einer zwei Kilometer langen Strecke werden gigantische Betonrohre mit jeweils 25 Tonnen Gewicht verlegt. Der neue Stauraumkanal hat einen Innendurchmesser von bis zu 3,40 Metern und ein Rückhaltevolumen von 3.500 Kubikmetern. Er ersetzt den offenen Graben, über den bisher Regenwasser von Pesch nach Esch und weiter in den Kölner Randkanal floss.
Die zentrale Aufgabe des Kanals: Er puffert stärkere Regenzuflüsse aus dem höher gelegenen Stadtteil Pesch auf und schützt damit das Pumpwerk vor Überlastung. Bei extremem Starkregen wird zusätzlich das Regenrückhaltebecken an der Pescher Straße genutzt.
Mit diesem Bauprojekt bringen wir das gesamte Entwässerungssystem von Esch, Pesch und Auweiler auf den neuesten Stand der Technik, um eine nachhaltige und zukunftssichere Abwasserbehandlung zu gewährleisten.
Schrittweise Fertigstellung
Die Arbeiten am neuen Pumpwerk an der Martinusstraße begannen im September 2023. Der Neubau schreitet zügig voran – Betonierarbeiten an Innenwandabschnitten und Bewehrungsarbeiten sind bereits im Gange. Die Fertigstellung des Pumpwerks ist für Frühjahr 2026 geplant, die Inbetriebnahme für Ende 2026.
Der Stauraumkanal befindet sich derzeit im Bau. Auf der Auweilerstraße erfolgt eine vorübergehende Umgestaltung mit Ampelregelung, um den Verkehrsfluss zu sichern. Diese Arbeiten sollen bis Frühjahr 2025 abgeschlossen sein. Die Fertigstellung des gesamten Projekts inklusive Rückbau- und Wiederherstellungsarbeiten ist für Ende 2027 geplant.
Was sich durch die Modernisierung verbessert
Die neue Infrastruktur reduziert die Überflutungsgefahr in Esch, Pesch und Auweiler erheblich. Das Kanalsystem kann stärkere Regenereignisse aufpuffern, bevor das Wasser abgeleitet wird. Durch optimierte Computersimulationen werden Stoffe gezielt in Richtung Klärwerk geleitet – das verbessert den Gewässerschutz. Das System ist zudem zukunftssicher: Es kann auch stärkere Regenereignisse bewältigen, die durch den Klimawandel häufiger werden.
Zahlen und Fakten zum Projekt
- Gesamtkosten: 118 Millionen Euro
- Länge des Stauraumkanals: etwa zwei Kilometer
- Rückhaltevolumen des Kanals: 3.500 Kubikmeter
- Innendurchmesser des Kanals: bis zu 3,40 Meter
- Gewicht einzelner Rohre: je 25 Tonnen
- Baustart Pumpwerk: September 2023
- Fertigstellung Pumpwerk: Frühjahr 2026
- Inbetriebnahme: Ende 2026
- Projektende: Ende 2027
Warum ist ein neues Pumpwerk notwendig?
Das alte Entwässerungssystem aus den 1970er-Jahren ist technisch veraltet und nicht mehr leistungsfähig. Starkregenereignisse führten bereits mehrfach zu Überflutungen und Schäden. Ein Austausch einzelner Komponenten ist wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Wie schützt der Stauraumkanal vor Starkregen?
Der Kanal speichert bei starkem Regen Wasser zunächst temporär und puffert so den Wasserzufluss auf. Das Pumpwerk wird vor Überlastung geschützt, und die Überflutungsgefahr in den umliegenden Ortschaften sinkt.
Wann ist das Projekt fertig?
Die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant, die Inbetriebnahme ebenfalls für Ende 2026. Abschließende Rückbau- und Wiederherstellungsarbeiten werden bis Ende 2027 durchgeführt.
Gibt es Auswirkungen auf den Verkehr?
Ja, die Auweilerstraße wird während der Bauarbeiten vorübergehend umgebaut und durch eine Ampel geregelt. Diese Arbeiten sollen bis Frühjahr 2025 abgeschlossen sein.
